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von Robert Esser CDU

Offener Brief an Herrn MdB Wilfried Oellers:

Sehr geehrter Herr Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers,

 

vor der letzten Bundestagswahl am 24. September 2017 wenden Sie sich mit und in Ihrem Kandidatenprospekt auch explizit an uns, die „HÜCKELHOVENER BÜRGERINNEN UND BÜRGER“.

Mit aufrichtigem Interesse haben wir Ihre Ausführungen zu Ihrem Persönlichkeitsprofil und den von Ihnen gesetzten politischen Schwerpunkten gelesen. Sie und Ihre bereits umgesetzte sowie die von Ihnen in der kommenden Legislaturperiode intendierte politische Arbeit vorfolgen wir mit großer Aufmerksamkeit und Respekt.

Mit besonderem Interesse haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie zur Freude einer großen Zahl, insbesondere der Hückelhovener, Doverener und sicher auch Hilfahrter Bürgerinnen und Bürger in Ihrem Kandidatenprospekt expressis verbis zu verstehen geben (also versprechen):

„Für den Kreis Heinsberg wollen wir erreichen:

…..

-Anbindung des Industriegebietes Lindern durch eine neue Autobahnabfahrt A46/Kaphofstraße (Zitat, Seite 3)“.

Wir bitten Sie ganz aufrichtig und sehr herzlich diese, Ihre Zielsetzung nicht aufzugeben, sondern diesen Kurs der politischen Vernunft, der ökologischen Verantwortung und der bürgerfreundlichen Nähe beizubehalten. Sie ersparen uns auf diese Weise in Hückelhoven das kräftezehrende Ringen um den Erhalt des einzigen verbliebenen naturbelassenen Filetstückchens, dieses Waldes zur Naherholung der Hückelhovener Bevölkerung auf der Anhöhe am Junkerberg zwischen Hückelhoven und Doveren;

ebenso am Herzen liegt uns der Erhalt der unter Landschafts- und Naturschutz stehenden Gebiete in den Rurauen bei Hückelhoven, Doveren, Hilfahrt und Brachelen.

Sie würden uns dabei erheblich unterstützen, dieses Geschenk an Lebensqualität den hier lebenden Menschen zu bewahren, wenn Sie bitte Ihr Ansinnen, diese Autobahnabfahrt zu verwirklichen, mit aufrichtiger Ernsthaftigkeit aufrechterhalten und sich weiterhin für dessen Realisierung einsetzen würden.

Ihr Vorschlag, diese Autobahnabfahrt A46/Kaphofstraße anzulegen, würde zu einer erheblichen Entlastung des Autodurchgangverkehres für Hilfahrt und Hückelhoven führen und den Bau einer in Hückelhoven von weiten Teilen der Bevölkerung abgelehnten Umgehungsstraße L364n

überflüssig machen.

Der oben bereits angesprochene, verantwortungsvolle Natur erhaltende Effekt Ihrer potentiellen Initiative ist und bleibt für diese Region und auch darüber hinaus von einem unschätzbaren nachhaltigen Wert, wozu Sie durch die Umsetzung Ihres Vorschlages die Voraussetzungen schaffen könnten;

ganz gewiss würde damit einhergehen eine nicht zu unterschätzenden Steigerung Ihres Ansehens und Ihrer Reputation.

Für den in der Bevölkerung aufkeimenden und an Hartnäckigkeit zunehmenden Protest gegen die Umgehung L364n sprechen vielfältige Motive,

die im Folgenden in ihren wesentlichen Schwerpunkten kurz dargelegt werden sollen:

 

Mitte der 90er Jahre gab es bereits einen Beschluss des Kreistages in Heinsberg,

dass wegen der beabsichtigten Erschließung eines Linderner Gewerbe- und Industriegebietes eine Verkehrsanbindung zur Autobahn A46 vorbei an den Ortschaften Randerath und Himmerich geleitet werden und bei Dremmen auf die dort bereits vorhandene Anschlussstelle der A46 stoßen sollte.

Aus Hückelhovener Sicht bleibt es unbegreiflich, weshalb dieser doch bereits gefasste Beschluss später wieder Rückgängig gemacht wurde, obwohl er die mit großem Abstand kostengünstigere und auch ökologisch weitaus verantwortungsvollere Lösung bietet als eine L364n;

zudem ist allgemein bekannt, dass aus unternehmerisch-ökonomischer Sicht, bei deren Standort-Entscheidungen und infrastrukturellen Erwartungen immer der kürzeste Weg zur Autobahn gefordert wird. Bei Aufgabe der Variante „Dremmen“ verspielt die Politik diesen Standortvorteil.

 

In Hückelhoven wurde den Bürgerinnen und Bürgern, die am Ortsrand von Doveren (Doverheide, Berliner Straße u.a.) ein Baugrundstück erwerben wollten, seitens Rat und Verwaltung stets erklärt (bzw. das Versprechen gegeben), dass „die Umgehung L364n niemals kommen werde,

falls die Autobahn nicht mehr in Hückelhoven enden, sondern bis „Janses Mattes“ weiter geführt werde“, da hierdurch ja die Ortsdurchfahrten von Hückelhoven und Hilfahrt deutlich entlastet werden. Hierzu gab es bis Ende der 90er Jahre einen die Parteien übergreifenden Konsens.

 

Die Landwirte erhielten aus Rat und Verwaltung die Zusage, dass im Falle Ihrer Bereitstellung von großflächigen Ländereien im Gebiet zwischen Baal und Doveren (zur Erschließung des dortigen Gewerbegebietes) Ihnen keine weitere Überlassung von landwirtschaftlichen Flächen nahe Doveren mehr zugemutet werde;

explizit wurde damit die Aussage verbunden, dass gerade die Ackerflächen zwischen Doveren und Hückelhoven nicht mehr angetastet würden und ihnen als Anbaufläche erhalten bleibe und Doveren nicht „von beiden Seiten mit Baumaßnahmen „eingekeilt“ werden soll“.

 

Bei einer Bürgerversammlung in Hilfahrt während der Legislaturperiode 1999-2004 erklärte ein seit dem Jahr 2004 in Rat und Verwaltung exponierter, in oberster Verantwortung stehender Funktionsträger den besorgten Bürgern: „Diese Umgehung macht für mich nur einen Sinn, wenn sie nicht bereits an der L117 endet, sondern weitergeführt wird“. Die aktuelle Planung des beabsichtigten Straßenbaus sieht aber genau dies vor, dass die Umgehung auf die L117 einmünden soll. Wieso denn nur drängt die Hückelhovener Politik trotzdem auf einen unsinnig schnellen Baubeginn?

Es richtet sich damit unser Apell ganz besonders auch an den Bürgermeister der Stadt Hückelhoven, Herrn B. Jansen (besonders für seine menschenfreundliche Bürgernähe bekannt!),

die gesamte Angelegenheit zur Chefsache zu machen und diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Mit großer Bewunderung und aufrichtigem Respekt haben wir die gerade unter seiner Führung erfolgte Entwicklung der Stadt Hückelhoven von einer industriellen Bergbaustadt hin zu einer florierenden Handels- und Einkaufsstadt verfolgt. Neben seinen zielorientierten politischen Präferenzen zur Erhaltung der Arbeitsplätze, stand stets auch die zur Bindung der Kaufkraft notwendige Attraktivitätssteigerung der Stadt im Vordergrund, die zu einem erlebnisorientierten Einkauf und zur adäquaten Ansiedlung von Unternehmen bzw. Gewerbetreibenden einen Anreiz schaffen sollte.

Diese Zielsetzungen sind weitestgehend in anerkennenswerter Weise gelungen und wir wohnen auch deshalb gerne in dieser Stadt;

aber zur Attraktivität einer Stadt gehört ohne jeden Zweifel auch eine lebenswerte Umwelt, die Erhaltung der Natur, mit deren doch ohnehin nur noch spärlich vorkommenden Waldflächen, unsere einzige noch verbliebene Möglichkeit zur Naherholung.

Bitte nehmt uns nicht dieses einzige Filetstückchen dort oben am Junkerberg und die Natur gegebene Frische der Rurauen.

Bereits heute ist die L117 total überlastet, da sie längst gewohnheitsmäßig auch von dem aus dem Gewerbegebiet Baal-Doveren an- und abfließenden LKW-Verkehr frequentiert wird, der doch eigentlich den Weg über Baal hin zur Autobahn finden sollte. Hier ist längst ein Verkehrschaos entstanden, das sich bei der Verwirklichung des akuten Bauvorhabens noch einmal dramatisch erhöhen würde.

Ohnehin ist es dringend notwendig, die oberste Priorität im regionalen/lokalen Straßenbau auf die doch schon so lange geplante Anbindung des Gewerbegebietes Baal-Doveren an die Autobahnauffahrt bei Erkelenz zu legen. Die Realisierung dieser Maßnahme wird von der Baaler Bevölkerung zu deren Entlastung bereits seit Jahren erwartet.

Sehr geehrter Herr Oellers, bitte unterstützen Sie uns in unserem doch nun keineswegs etwa bornierten oder egoistischen, sondern ausdrücklich Vernunft geleiteten Anliegen.

In der Hoffnung auf Ihr Interesse und Ihren Beistand danken wir Ihnen schon jetzt sehr herzlich.

 

Mit freundlichen Grüßen

Robert Esser (verantwortlich für diesen Beitrag)